#diensttag: Wiederaufnahme Ausbildung

#diensttag 3/4: Standortübergreifende Heißausbildung

Die Wiederaufnahme der Ausbildung im Jahr 2022 wurde von einer standortübergreifenden „Heißausbildung“ im März eingeleitet. 12 Teilnehmer aus Aßlar, Berghausen, Oberlemp/Bermoll und Werdorf besuchten einen Tag den Verein Arbeitsgemeinschaft Brandschutz, Feuerwehr und Training bei Daubringen (Kreis Gießen).

Sie alle eint ihre Qualifikation zum Atemschutzgeräteträger. Das bedeutet, dass sie im Einsatz dazu eingesetzt werden mit Atemschutzgeräten in brennende Gebäude vorzugehen, Menschen zu retten oder Feuer zu löschen. Weil solche Einsätze in der Praxis glücklicherweise nicht allzu häufig vorkommen ist eine Ausbildung unter Einsatzbedingungen umso wichtiger, schließlich zählt der Einsatz unter Atemschutz zu den gefährlichsten Aufgaben eines Feuerwehrmannes/einer Feuerwehrfrau.

Bei der AG BFT stehen die für eine realitätsnahe Ausbildung notwendigen Einrichtungen und Räumlichkeiten sowie erfahrene Ausbilder zur Verfügung.

Im Laufe eines Samstags wurden

  • die Teilnehmer in dem korrekten Umgang mit dem Hohlstrahlrohr theoretisch unterwiesen,
  • nahmen an einer Wärmegewöhnung im Brandcontainer teil,
  • erhielten ein Strahlrohrtraining auf dem Hof, wo mithilfe einer Übungstür die richtige Wasserabgabe und das Vorgehen im sogenannten Innenangriff (Brandbekämpfung im Gebäude) bei Licht geübt wurde,
  • fand ein von den Ausbildern angeleiteter und begleiteter Durchgang durch den Brandcontainer statt, bei dem unter Einsatzbedingungen vorgegangen und gelöscht wurde,
  • welcher im Anschluss im kleinen Kreis direkt nachbesprochen wurde, um auf Fehler aufmerksam zu machen und Unklarheiten zu beseitigen.

Alle Teilnehmer bewerteten den Tag als einen großen Erfolg und so soll auch in Zukunft verstärkt und in regelmäßigen Abständen auf eine realistische Ausbildung bei der AG BFT gesetzt werden. In den kommenden Jahren sollen alle Aßlarer Atemschutzgeräteträger sukzessive ein solches „Strahlrohrtraining“ erhalten und darüber hinaus weitere Veranstaltungen, mit anderen Ausbildungsschwerpunkten, besucht werden. Die Ausweitung von standortübergreifender Ausbildung ist ein wichtiges Puzzle Stück in der Ausrichtung der Feuerwehr Aßlar auf die Zukunft. So arbeiten die Stadtteilwehren heute viel häufiger im Einsatz zusammen als noch vor einigen Jahren. Eine gute Zusammenarbeit ist hier der Schlüssel zum Erfolg.

Die Kosten für die Ausbildung trägt allein die Stadt Aßlar. Inbegriffen war neben der reinen Ausbildung auch die Verpflegung der Teilnehmer im Rahmen eines gemeinsamen Frühstücks und Mittagessens.

#diensttag 2/4: Lehrgänge & Seminare

Nicht nur die Ausbildung an den Standorten wurde in Folge von Corona massiv eingeschränkt. Auch das Angebot an Lehrgängen und Seminaren an der Hessischen Landesfeuerwehrschule in Marburg und Kassel sowie der Lahn-Dill-Feuerwehrschule wurde stark beeinträchtigt.

So wurde der Ausbildungsbetrieb zu Beginn der Pandemie Anfang 2020 und in den Wintern 2020/2021 und 2021/2022 vollständig heruntergefahren. Lehrgänge und Seminare, die in der Zwischenzeit stattfanden, unterlagen strengen Auflagen wie Maskenpflicht, regelmäßige Coronatestungen oder reduzierter Teilnehmerzahl .

Auch Einsatzkräfte der Feuerwehr Aßlar besuchten solche Ausbildungsveranstaltungen unter Pandemiebedingungen. Ein großer „Ausbildungsstau“ konnte auf diese Weise zwar verhindert werden, die Auswirkungen der Pandemie machen sich trotzdem bemerkbar. So fällt beispielsweise die Vergabe der Lehrgangsplätze an die Kommunen durch Landkreis und Feuerwehrschule weit weniger großzügig aus als noch vor der Pandemie. Insbesondere auf die jungen Einsatzkräfte, die in den ersten Jahren ihrer Feuerwehrlaufbahn besonders viele Lehrgänge besuchen, wirken sich zwei Jahre Corona-Sonderregelung besonders aus.

Seit März finden wieder regelmäßig Ausbildungsveranstaltungen auf Kreis- und Landesebene statt. Es gilt nun den aktuellen Lehrgangsbedarf abzuarbeiten.

Lehrgänge 1. Quartal 2022:

  • Alexander Wagner (Aßlar, TM1 „Grundlehrgang“)
  • Pierre Schmitz (Werdorf, Gerätewart)
  • Kerem Eren (Aßlar, Atemschutzgeräteträger)

#diensttag 1/4: Standortausbildung

Seit März 2022 dürfen sich unsere Einsatzabteilungen wieder zum Üben treffen, seit April finden wieder regelmäßige Standortausbildungen in allen Aßlarer Stadtteilen statt. Doch zwei Jahre Corona-Betrieb haben Spuren hinterlassen. Trotz einer kurzen Aufnahme von Ausbildungsveranstaltungen in den Sommern 2020 und 2021 konnte seit 2019 kein geregelter Ausbildungsdienst stattfinden. So wurde nur in Kleingruppen und unter Einhaltung strenger Hygienevorschriften geübt. Theorieeinheiten fanden und finden weiterhin nur Online statt. Auch auf FFP2 Masken, Medizinischen Mund-Nasenschutz und die 3G-Regel wird weiterhin gesetzt.

Wie lief der Ausbildungsauftakt bei den Aßlarer Feuerwehren?

Auf allen Stadtteilen bemüht man sich seit Anfang April die Grundlagen der Feuerwehrarbeit wieder aufzufrischen. Bei der ersten Übung der Kernstadt wurden mehrere Grundtätigkeiten, wie der Aufbau eines Löschangriffs oder das Aufstellen von Leitern, geübt. So konnte nicht nur wichtiges Standard-Vorgehen wiederholt, sondern sich auch ein Bild des aktuellen Leistungsstandes gemacht werden. Diese Erkenntnisse fließen nun in den ersten regulären Dienstplan seit drei Jahren ein. Der bisherige Ausbildungsrythmus (zweiwöchentlich Dienstagabends) wird um einen zusätzlichen Dienst an einem Freitagabend im Monat erweitert. Themen werden nicht wie bisher auf einen einzelnen Dienstagabend beschränkt, sondern in Blöcken von bis zu drei aufeinanderfolgenden Diensten vertieft. Neben einer Einsatzübung unter Atemschutz konnte mittlerweile auch die Bedienung von Pumpen und Aggregaten aufgefrischt werden.

In Bechlingen wiederholte man ebenfalls zunächst die Grundlagen, wie etwa den Aufbau eines Löschangriffs. Neben einer umfassenden Einheit zu Fahrzeugen und Geräten wurden Bewegungsfahrten durchgeführt. Auch die Hydrantenpläne für den Ortsteil Bechlingen wurden gesichtet.

In Berghausen stand die Ausbildung an dem 2019 in-Dienst gestellten Löschfahrzeug im Vordergrund. Nach einer Unterweisung für alle Einsatzkräfte blieb seit 2019 keine Zeit für eine detaillierte Ausbildung an einzelnen, neuen Ausrüstungsgegenständen. So standen in den kurzen Phasen, in denen praktische Ausbildung möglich war, vorallem die Auffrischung von Grundtätigkeiten im Vordergrund. Nun konnte etwa der Umgang mit dem neuen Lüfter einstudiert werden. Hierfür verrauchte man das Feuerwehrhaus in der Berghäuser Schulstraße und blies es anschließend wieder rauchfrei. Auch der Umgang mit der Feuerwehrpumpe, dem neuen Wassersauger und anderen Geräten konnte aufgefrischt werden. Bei einer weiteren Übung behandelte man die Rettung aus „speziellen Lagen“. Hiermit ist in der Regel schwer zugängliches Gelände gemeint.

In Oberlemp/Bermoll räumte man zunächst einmal im Feuerwehrhaus richtig auf und kümmerte sich um Wartung und Instandhaltung. Bei einer zweiten Übung nahm man sich ebenfalls der Bedienung von Pumpen und Geräten sowie den Grundtätigkeiten im Feuerwehreinsatz an. Dazu zählte die Wasserentnahme aus einem offenen Gewässer und der Aufbau eines Löschangriffs.

Seit 2019 wird in Werdorf ein Gerätewagen mit Rüstsatz für die technische Hilfeleistung nach Verkehrsunfällen vorgehalten. Aus diesem Grund rückt die Werdorfer Einsatzabteilung stadtweit zu Verkehrsunfällen aus, bei denen mindestens eine eingeschlossene oder eingeklemmte Person im Fahrzeug vermutet wird. Um auf diese Aufgabe vorbereitet zu sein beschäftigte man sich bei einem Übungsdienst mit dem Thema Technische Hilfeleistung nach Verkehrsunfall. Bei zwei weiteren Übungen behandelte man das Vorgehen bei Einsätzen mit Gasaustritt sowie Grundtätigkeiten, wie den Aufbau einer Wasserversorgung aus offenem Gewässer.

Wie geht es weiter?

Neben der nun wieder regelmäßig stattfindenden Ausbildung an allen Standorten sollen künftig auch wieder standortübergreifende Ausbildungsveranstaltungen angeboten werden. Dazu gehören Ganztagesfahrten auf das Übungsgelände des Lahn-Dill-Kreises in Dillenburg-Frohnhausen oder Großübungen mit mehreren beteiligten Stadtteilfeuerwehren.

Wir werden diese Serie in den kommenden Wochen um die Wiederaufnahme von Lehrgängen und Seminaren, der Kinder- und Jugendfeuerwehr sowie um den Bericht einer standortübergreifenden „Heißausbildung“ ergänzen. Immer #diensttags.


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